Eine kleine Chronik

Seit 1971 bereichert die Abteilung Ski bzw. der Skiclub den Spiel und Sportverein Willmandingen.

In dieser Zeit haben nun schon fast drei Generationen von Willmandingen das Skifahren im Skiclub gelernt.

Ein Hobby, dem viele Wintersportler eindrucksvolle Erlebnisse verdanken.

Im Gewand Längloch betreibt der Skiclub einen eigenen Lift, der für Anfänger ideal ist.  Seine Entstehung verdankt der Skiclub dem Franken Karl Richter ( siehe Ehrenpräsident ).

 

Mit einer 1971 im Gemeindeblatt erschienen Anzeige begann die Geschichte des Skiclubs. Wer Interesse an Skiausfahrten habe, solle zu einer Zusammenkunft ins Gasthaus "Stern" kommen, hieß es in der Annonce. 15 Personen erschienen. Sie verabredeten Ausfahrten mit Privatautos in die Alpen. Manche kamen auf diese Weise zum ersten mal in die "richtigen" Berge. 1972 organisierte der noch nicht formal konstituierte Club eine mehrtägige Ausfahrt nach Bühl am Alpsee.

 

Im gleichen Jahr überließ Emil Schmid der Abteilung seinen von ihm selbst konstruierten Skilift.

Ein Bauwagen, den Eugen Wiech beim Reutlinger Baugeschäft Karl Möck besorgt hatte, diente als "Unterschlupf". An Pfingsten 1972 fuhr die Abteilung an den Rhein zum Wasserskifahren. Man nahm, wie Karl Richter sich erinnert, 200 Schnitzel mit und zeltete. Der Skiclub wurde eine richtige Gemeinschaft und nahm Fahrt auf.

 

Der alte Lift genügte den Anforderungen bald nicht mehr. Man fasste den Beschluss mit einem neuen Lift in die Zukunft zu investieren. Beim Hersteller Multerer am Chiemsee wurde das Modell "Star" mit 12,5 PS Elektro-Antrieb bestellt. 16800 Mark kostete das gute Stück. Der Hersteller machte dem Skiclub den Mund wässrig mit der Aussage , daß nach den vorliegenden Gegebenheiten lukrative Einnahmen zu erwarten sind. Insgesamt investierte die Abteilung damals 27000 Mark in den eigenen Lifthang. Zum Lift gehörte auch ein Kartenverkaufshäuschen, das unter Leitung von Zimmermann Walter Binder selbst gebaut wurde. 3 Wochen lang wurde in der "Kronenscheuer" gewerkelt und aus dem geplanten Häuschen wurde eine richtige Skihütte, klein zwar, aber gemütlich.

Zur Saisoneröffnung 1980 war die gesamte Liftanlage fertig gestellt. Dass der damals finanzielle Kraftakt gemeistert wurde lag auch an Kassierer Bernd Wiech, der bis heute sein Amt inne hat.

1983 waren beim Skiclub 50 Mitglieder registriert. Ein Jahr später waren es bereits 153, eine richtige Eintrittswelle war zu beobachten. Immer mehr Willmandinger und auch auswärtige schlossen sich dem Skiclub an. Der Lift steigerte das Interesse am Skifahren. 1981 waren über 100 Rennläufer bei den Vereinsmeisterschaften am Start.

1980 wurde das Sonnenbühlrennen ins Leben gerufen. Wenn es von den Willmandingern organisiert wurde, fand das Rennen am Salmendinger Hang statt, der etwas länger und steiler ist.

Leider fiel es wegen Schneemangel immer öfter aus. 1994 beschloss man das Sonnenbühlrennen nicht mehr durchzuführen.

 

Eine der abenteuerlichsten Episoden des Skiclubs ist das legendäre "Bolbergrennen".

Dreimal, 1984, 1985 und 1987, organisierte der Verein dieses waghalsige Unternehmen.

Ideenlieferant war Walter Binder, der zeitweilige stellvertretende Abteilungsleiter. 60 Teilnehmer aus dem Ort und aus der Umgebung maßen ihr Können. Hunderte Zuschauer, die im ganzen Wald verteilt an der Piste standen, feuerten die Rennläufer an. Die mutigen Rennläufer starteten am Gipfel des Bolbergs und rasten mit über 100km/h einen schmalen Waldweg hinunter bis ins Seebachtal. Eine 1600m lange, steile Abfahrt mit 230m Höhenunterschied.

"Ich bin in meinem Leben noch nie so schnell gefahren wie da", erinnert sich Karl Richter. Die Piste wurde von den Mitgliedern auf Skiern präpariert. Die Bergwacht aus Pfullingen und Sanitäter des Roten Kreuzes standen aus guten Gründen bereit, die Feuerwehr übernahm Sicherungsaufgaben. Bei der Anmeldung unterschrieben die Teilnehmer ein Schriftstück, auf dem sie erklärten, dass sie auf eigene Gefahr an den Start gehen. Ob das die Organisatoren von ihrer Haftung entbunden hätte, war allerdings zweifelhaft. Glücklicherweise passierte nicht allzu viel und niemand raste gegen einen Baum.

Willmandinger Läufer gewannen immer alle drei Startklassen. Zu den besten gehörten Ottmar Eicher, Silvia Eicher, Karl Richter, Detlef Paasche und Walter Binder. Das nun schon historisch zu nennende Bolbergrennen blieb eine Episode. Der Skiclub verzichtete nach 1987- und wohl für alle Zeiten - auf eine Wiederholung...es ist einfach zu gefährlich.

 

Weit harmloser waren die "Buckel" die für die Vereinsmeisterschaften ausgesucht wurden. Ein paarmal trug sie der Club in Balderschwang aus, wenn es die Scheelage zuließ am eigenen Hausberg auf Längloch. Die Strecke wurde nach oben verlängert, um von einer Startrampe Tempo aufzunehmen. So werden auch am Willmandinger Hang akzeptable Geschwindigkeiten erzielt.

 

1988 gab Karl Richter nach 17 Jahren seinen Posten ab. Zum neuen "Skiclub-Chef wählten die Mitglieder Wilhelm Kern, der fünf Jahre lang die Abteilung leitete.

Von 1993 bis 2017 lenkte Norbert Möck die Geschicke des Skiclubs 24 Jahre lang äusserst erfolgreich.

Er gab seinen Vorsitz bei der Abteilungsversammlung mit Wehmut an die jüngere Generation weiter. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für seine tolle Arbeit und Mühen für den Skiclub.

Mit Volker Möck und Frank Reiff haben wir nun eine hervorragende Doppelspitze gefunden, die den Skiclub in eine neue Zeit führen wird.

 

2009 wurde der Beschluss gefasst, dass eine neue und größere Skihütte her musste. Nach vielen und langen Abenden der Planung war man sich einig, dass ein Schmuckstück in Eigenregie gebaut werden sollte. Im Frühling 2011 wurde die alte Hütte "entsorgt" und mit dem Bau begonnen.

Man sah von da an täglich zahlreiche und fleissige Arbeiter auf Längloch "wuseln". Den ganzen Sommer lang wurde fast täglich an dem Bau gearbeitet. Die Zimmerarbeiten wurden in der Halle von Thomas Erkner ausgeführt. Selbst die Möbel für die Inneneinrichtung haben wir unter Leitung unseres Schreiners "Jobsi" in seiner Werkstatt in Eigenregie hergestellt. Im Oktober des selben Jahres wurde die neue Skihütte mit einer rauschenden Party eingeweiht.

Die ganze Einwohnerschaft ist sich einig : Diese Hütte bereichert das Dorf.

 

Heute Stand 2019 hat der Skiclub Willmandingen 364 Mitglieder.